Urlaub am roten Meer
Die Familie war über Ostern am roten Meer Urlaub machen. Wahnsinnig schön, so eine Zeit lang nur wir drei! Linus hat es sehr genossen und war zum ersten Mal im Pool schwimmen. Mama war zum ersten Mal mit Schnorchelbrille Korallen und Fischschwärme bestaunen. Und ein paar Mal geschriien habe ich auch, ich finde die Berührung von Quallen und auch anderen Fisch- oder Planzenwesen im Wasser extrem beängstigend! Dank Helia (Versand westlicher Waren) konnten wir auch Ostereier vertilgen.
Zu Beginn war ich geblendet von der vielen nackten Haut: Minirock und Spaghettiträger im besten Fall. In Kairo trage ich sowas nicht, nicht weil es verboten ist, sondern weil sich zuviele Männer, denen dieser Anblick von der Durchschnittsägypterin zeitlebens verwehrt wird, auf der Straße langweilen. Es muss einer der Tageshöhepunkte sein, wenn eine blonde Frau mit haarlosem Säugling vorbeispaziert. Und wenn man aufgrund der Hinterherpfeiferei dann auch noch böse von ihr angezischt wird, hat man den Kumpels etwas von einem heißen Flirt zu erzählen! - Und was man selbst sich zu tun verbietet, fällt einem bei anderen umso mehr auf.
Von „Urlaub in Marsa Alam“ kann aber eigentlich nicht die Rede sein. Denn wir haben das Fischerdörfchen mit seinen wenigen tausend Einwohnern nicht besucht. Wir sind auf dem Hotelgelände geblieben, was sehr grozügig gestaltet war, mit Hotelanlagen wie ein kleines, ordentliches Mittelmeerdörfchen; mehreren hübsch angelegten Pools, mit Wasserfall, Brücken, Palmen und viel Schatten. Wir haben die Mittagssonne gemieden und Linus hatte viel Zeit zum Experimentieren mit dem Essen, zum Schlafen und zum Spielen. Das Beste war das Meer – blau, riesig, rauschend und sehr beruhigend. Das Meer verweist mich auf eine erlösende Weise auf die Vergänglichkeit meiner selbst und die im Vergleich dazu unendlich gültig wirkenden Naturgewalten. Erlösend, solange ich nicht darin rumtauchen muss!!!
Von „Urlaub in Marsa Alam“ kann aber eigentlich nicht die Rede sein. Denn wir haben das Fischerdörfchen mit seinen wenigen tausend Einwohnern nicht besucht. Wir sind auf dem Hotelgelände geblieben, was sehr grozügig gestaltet war, mit Hotelanlagen wie ein kleines, ordentliches Mittelmeerdörfchen; mehreren hübsch angelegten Pools, mit Wasserfall, Brücken, Palmen und viel Schatten. Wir haben die Mittagssonne gemieden und Linus hatte viel Zeit zum Experimentieren mit dem Essen, zum Schlafen und zum Spielen. Das Beste war das Meer – blau, riesig, rauschend und sehr beruhigend. Das Meer verweist mich auf eine erlösende Weise auf die Vergänglichkeit meiner selbst und die im Vergleich dazu unendlich gültig wirkenden Naturgewalten. Erlösend, solange ich nicht darin rumtauchen muss!!!
Mein schlechtes Gewissen ob unserer im Vergleich zur Durchschnittsägypterin luxuriösen Lebensweise sowie unseres abgeschnittenen Hotellebens bekämpfte ich mit Interviews von ägyptischen Angestellten zum „wahren Leben“. Wie es sich so lebt und arbeitet im Hotel. Die Angestellten kommen von überall her, z.B. aus dem Nildelta, aus Oberägypten und aus Kairo. Sie arbeiten einen Monat lang im Hotel und wohnen in den Anlagen (vermuuuutlich weniger schick als die Gästezimmer), danach fahren oder fliegen sie eine Woche lang zur Familie. Ob Single oder nicht. Familie kann bedeuten: Frau und Kinder, oder: Mama und Papa.
Ich befragte also drei Männer, wie sie mit den zwei Welten umgehen, in denen sie leben. Die Antworten drückten Extreme aus. Es ging von „Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil mir der Koran den Anblick dieser Frauen eigentlich verbietet“ bis hin zu „Man gewöhnt sich dran, kein Problem!“. Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo dazwischen. Ich trug Bikini beim Schwimmen und sonst relativ viel Stoff. Ich glaube das war mein erster Urlaub im Süden ohne Sonnenbrand.
Ich befragte also drei Männer, wie sie mit den zwei Welten umgehen, in denen sie leben. Die Antworten drückten Extreme aus. Es ging von „Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil mir der Koran den Anblick dieser Frauen eigentlich verbietet“ bis hin zu „Man gewöhnt sich dran, kein Problem!“. Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo dazwischen. Ich trug Bikini beim Schwimmen und sonst relativ viel Stoff. Ich glaube das war mein erster Urlaub im Süden ohne Sonnenbrand.
Zu erwähnen wären noch die humorvollen Handtuchfiguren, die uns allnachmittaglich vom Bett entgegenstrahlten. Zum Beispiel hatte Linus auf einmal einen Kumpel, der mit Fernbedienung in der Hand auf den laufenden Fernseher starrte. Die Figuren rissen uns alle drei zu Begeisterungsstürmen hin. Die mehrfach erwähnte Durchschnittsägypterin hat einfach unglaublich viel Sinn für Humor. Das schreibe ich einfach so, zusammenhangslos, denn man kann natürlich davon ausgehen, dass die Figuren nicht aufgrund der spontanen Liebe zur Arbeit und zur Reisenden von der Reinigungskraft geschaffen wurde, sondern dass da ein System dahinter steckt. Andererseits – per se ausschließen kann man es auch nicht.
Der Turban auf dem Kopf des Elefanten ist eines meiner
Halstücher. Und wer bezahlt jetzt den Bügeldienst?!
Halstücher. Und wer bezahlt jetzt den Bügeldienst?!
Wie lange muss man wohl dort bleiben, bis die Figuren sich wiederholen? Wieder eine Frage, deren Antwort wir in diesem Leben wohl nicht bekommen werden.