Regen in Kairo
Wow da war ja mal gar kein Feedback auf meine Frage. Und auch ich habe keine weiteren Ideen. Also schreibe ich weiter, ohne großes Konzept.
Neulich hat es hier geregnet. Ein paar Tropfen habe ich schon einmal erlebt, aber diesmal war es bestimmt eine halbe Stunde Regen, teilweise stark. Die Ägyter und Ägypterinnen auf der Straße standen staunend in den überdachten Ladeneingängen. Es war Zeit für meine Morgenrunde, also suchte ich einen Regenschirm und ging aus dem Haus. Unser Bawwab rief: "Nein, nein, Madame, tun sie das nicht!!!" (auf arabisch bzw. mit Zeichensprache), aber ich sagte, ich sei Deutsche (auf arabisch!!!) und spazierte lachend in den Regen. Ich fühlte mich auf einmal wie daheim. Die Luft war klar und ich konnte mich ganz im Umgehen der Pfützen verlieren. Eine typisch deutsche Fähigkeit! Dazu braucht es nämlich Regen und die Lust am Spazierengehen, beides keine ägyptischen Eigenschaften. Dafür die Rücksichtnahme der Autos: die Taxis witterten wie immer fette Beute, aber alle Autos fuhren ganz sanft an mir vorbei, um mich nicht nasszuspritzen. Im Café machte dann mein tropfender Regenschirm die Bedienung ganz nervös.
Das habe ich Kairo zu verdanken: dass ich mich aus tiefstem Herzen über den Regen freue und mich mit ihm auf eine fast schon verschwörerische Art verbunden fühle. Und gleichzeitig bin ich sehr dankbar, dass ich hier nie einen Plan B entwerfen muss, wenn ich meinen Tag draußen verbringen will. Sonnenschein oder zumindest kein Regen sind hier das ganze Jahr über an der Tagesordnung.
2 Kommentare
Was machst Du im Cafe? Paukst Du Vokabeln? Wer ist da sonst noch?
Und Linus wird langsam groß und scheint sich abzunabeln.
Liebste Grüße
Irene
Ja die gute alte Abnabelung... ein weites Feld! Ich scheine aber eine Mama mit "aus"-Knopf zu sein. Der wird aktiv, wenn Rosie die Wohnung betritt und bleibt es ca.3-4 h lang.