Willst du ... ?
… mich heiraten?
… ein Kind von mir?
Im besonders bei Frauen sehr beliebten Genre "Die romantische Komödie" endet der Film, der einem Mal ums Mal wohlige Gänsehaut-Schauer über den Rücken gejagt hat, damit, dass das Pärchen schwanger und/oder verheiratet sein neues gemeinsames Leben beginnt. Ein Baby oder eine Hochzeit sind in unserer Gesellschaft ein klares Signal dafür, dass es jetzt zusammen weitergeht. Beim Kind erstaunt das nicht weiter: man hatte sich mindestens einmal gaaaaaanz lieb, und dann ist da ein zunächst hilfloses Wesen, das eine Mama und einen Papa braucht. Ende der Geschichte.
Aber wie ist das mit dem Heiraten? Dazu braucht es eine Absicht, und für diese einen Grund. Liebe? Nicht jede, die man liebt, muss man heiraten. Ring, zusammenwohnen, füreinander einstehen? Ringe und Mietverträge gibt es inzwischen bei uns auch für Unverheiratete. Und wer mal Wohngeld als Pärchen beantragen wollte, weiß, dass das Amt längerfristiges Zusammenwohnen schon als "füreinander einstehen" deutet. Steuern, Wirtschaftsgemeinschaft, Altersvorsorge, Liebesbeweis für den anderen? Wie unromantisch, unwichtig, langweilig, unreif. Es Verwandten und Freunden zeigen, feiern? Als ob die das nicht schon alle wüssten. Und feiern, bitte, dafür findet man 1000 andere Gründe, die genauso gut sind, sogar beziehungsspezifische (z.B. der Jahrestag).
Mir schwant, so wenig vollmundig das Argument auch sein mag, dass hier vor allem die Negation etwas bedeutet. Warum heiratet ein Pärchen, womöglich eines mit Kindern, nach jahre- oder jahrzehntelanger Beziehung NICHT? Wenn man sich liebt, und zusammen bleiben möchte, dann heiratet man in unserer Kultur. Viele pragmatische Gründe sprechen dafür. Der (internationale) Verwaltungsapparat und das soziale Umfeld erkennen am Ring und u.U. am Nachnamen, dass man zusammen gehört. Das spart allen Beteiligten viel Energie. Und, ja, es gibt der eigenen Seele ein ruhiges Nest. Wer sich kirchlich traut, vertraut zusätzlich auf die nie versiegende Quelle von Leidensfähigkeit, Geduld und Frustrationstoleranz namens ewige Liebe, die der Segen Gottes für eine Beziehung verspricht.
Das Leben ist so kurz, die eigenen Bindungsängste so uninteressant fürs wahre Leben (und eine Scheidung so wohltuend möglich, auch für Frauen, in unserem Land). Warum nicht heiraten?