Die Frau (fem., Sg.); die Frauen (fem., Pl.)

Wenn ich am Schalter der Post bedient werde, bin ich kein Kunde. In meiner Firma bin ich weder Mitarbeiter noch Kollege. Führe ich einen Rechtsstreit, bin ich kein Klient meines Anwaltes. Meine Mutter ist kein Beamter im öffentlichen Dienst. Meine Komilitoninnen an der Uni sind keine Studenten (etc., pp.).

Klaus schlägt kürzlich das "Eltern"-Magazin auf, und beschwert sich lautstark über das Editorial: es beginnt mit "Liebe Leserin". Klaus ist ein Mann - und was für einer: er wird Papa! -  er ist ein Elternteil und gehört somit offensichtlich zur Zielgruppe des Blattes. Er ist aber keine Leserin! Gabi setzt eine verstehende Miene auf: "Siehst du, Schatz, so geht mir das  mehrmals täglich."

Ja, es ist sperrig und ungewohnt, aber viele meiner Schwestern inklusive mir  fühlen sich nicht angesprochen, wenn nur die Herren der Schöpfung sprachlich bedacht werden! Frauen stellen über die Hälfte der Bevölkerung! Sprecht ihr mit ihnen und/oder über sie, dann überwindet euch endlich und verwendet die weibliche Form in Schrift und Sprache!

2 Kommentare

Kommentar von: Jens [Besucher] · http://www.jens-stratmann.de
Man(n) kann aber auch nicht alles "verweiblichen" wie sieht es denn aus mit "Mitglied"? Ansonsten, schöner lesenswerter Blog dem ich nun noch etwas mehr Aufmerksamkeit schenke !

Gruß,
Jens
06.11.08 @ 10:40
Kommentar von: Chloé [Mitglied] E-Mail
Lieber Jens,
erstmal: herzlichen Glückwunsch dir und mir zum ersten Kommentar auf meinem Blog!

Und zur Sache: "Mitglied" macht eigentlich keine Probleme: "das (Binde-)Glied" ist ein neutrales Wort. Oder "Gast". "Gast" kann auch so bleiben.

Aber klar, so einfach ist es dann doch wieder nicht. Es gibt viel diskutierte Partizipformen wie "Studierendengemeinde", ob das besser ist, als ein -Innen anzuhängen, weiß ich auch nicht.

Es sind eben kreative Lösungen gefragt und ein robuster Magen, um sich an die neuen Formen zu gewöhnen.
14.11.08 @ 16:50

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