Der Moment danach

An Silvester waren wir in Köln. Auf dem Rückweg setzt der Flieger zur Landung an und wir sehen die Lichter Berlins von oben durch die Nacht glimmen. Du sagst: "Ich mag Berlin." Ich denke: "So viel Strom. Und Berlin ist im Vergleich bei weitem nicht die größte Stadt der Welt. Irgendwann werden wir für unsere Verschwendung bezahlen müssen. Warum funkeln die Lichter eigentlich so? Ah, weil immer wieder ein Baum oder eine Laterne den Weg versperrt. Wir sind Ameisen…  Zigeunerinnen am Rande des Universums… warum nehmen wir uns immer so wichtig? Das tut doch weh."

Zuhause angekommen dann irgendwann diese fiesen Reise-Nachwirkungen: es wird einem bewusst, dass die schöne Zeit des Tapeten- und Zeitenwechsels vorbei ist. Montag wird man wieder Arbeiten gehen (oder nicht, egal, Montag bleibt Montag). Es kostet die Kraft einer Riesin, in dieser Zeit stark zu bleiben. Weltschmerz. Haben den eigentlich alle Menschen oder nur die, die in der Kindheit vom Vater/ der Mutter/ dem Meerschweinchen verlassen wurden/ die als Kind gehänselt wurden/ die eine Schraube locker haben/ die weinerlich veranlagt sind/ Frauen?

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