Der erste Schnee

Samstag nur zuhause sitzen, und dann Sonntag Vormittag auf dem Rad, von Mitte nach Prenzl’berg. Der Brunch ist ein exzellenter Motivator, um Kälte und Matsch die Stirn zu bieten. Mitleidige Blicke von den Passanten erzeugen Stolz. Wir sind keine Weicheier. Vorbei an Parks, deren Grünflächen heute weiß sind. Die Luft ist so frisch und klar wie lange nicht mehr.

Die Erinnerung bringt bilderreich Freude und Ruhe ins Herz. Die Oma in der Großstadt besuchen, Vorweihnachtszeit, Vorfreude, gesellige, liebe Runde, Lachen, Plätzchenduft. Zeit haben mit den Lieben, durchs eiskalte Weiß laufen, bis einem warm wird. Die Natur sieht anders aus, kahl, ohne grün, und doch strahlt sie, einladend und verheißungsvoll. Einen Schneeball formen und werfen, mit schnell kalt werdenden Fingern.

So behütet und unbeschwert wie als Kind rennen wir nicht wieder durch den Schnee. Aber wir haben Plätzchenrezepte, wir besuchen und werden besucht, wir zünden Adventskerzen an und verbringen Zeit miteinander. Wir singen Adventslieder. Wir haben das Zeug dazu, die Herzen unserer Kinder zum Glühen zu bringen, so wie unsere Herzen geglüht haben.

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