Neueste Eindrücke

Ihr Lieben, nun wieder ein Eintrag mit weniger Philosophie und mehr Bildern. Friedrich und Christa waren zu Besuch und bildeten den Abschluss einer langen Reihe von Besuchen, die nun durch die Hitze abreißen werden. *Träne verdrück* Wir waren viel unterwegs mit dem Mini, und haben z.B. den Eingang des Manialpalastes (hier im Hintergrund) von außen besichtigt.

 



Der Palast wird nämlich gerade umgebaut und ist für Lieschen Normalverbraucherin gesperrt. ("Wann öffnen Sie denn wieder?" - "In ein paar Monaten, so Gott will.") Das hindert natürlich z.B. den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) nicht, zu seinem 50-jährigen Jubiläum meinen Mann dorthin zu einem Festbankett einzuladen. Tja - entweder man hat es, oder man hat es nicht, nicht wahr.

Wir haben auch das Umm-Kulthum-Museum besucht. Umm Kulthum ist die berühmteste Sängerin des Landes und wohnte einige Schritte von unserem Haus entfernt. Hier ihre Skulptur und Christa und Linus auf dem Rasen davor.

 


 

 

 

Immer wieder beliebt: Linus’ Späße am Esstisch.

Wo bin ich?

 



 

Da!!!

 




 

Lieblingsessen Melone:

 

 
…und nicht, dass ihr denkt, die wäre zu schwer zum selber halten:

 

 

Als Belohnung darf er dann den Löffel ablutschen:

 


 

 

Letztes Wochenende waren wir auf dem Sinai am Roten Meer, in der Nähe von Ras Sudr. Vom Meer gibt es kein Bild, nur eins wo Linus chillig an mich gelehnt einen Apfel isst:

 

 

 

 

Nach wie vor haben wir auch unseren Spaß im Club, wo gerade die jährliche (?) Sandreinigung vorgenommen wird. So lange halten wir uns auf den Gerüsten auf:

 

 

 

Neues Spielzeug gibt es auch. Wie viel Faszination von einer grauen Box ausgehen kann:

 

 

 

 

Oder auch von einem Fahrrad:

 



Mit Rosie macht es auch immer wieder Spaß. Sie bringt Linus philippinische Kinderlieder bei, z.B. darüber, wie es ist, den Finger in den Essig zu tunken. Das macht er dann oft nach. Noch häufiger aber brüllt er wie ein Löwe. Der war in einer Kinderbibel anzutreffen, als er sich mit seinen Kollegen um Daniel geschart hat, und was Stephan und ich Linus von seiner Ausdrucksweise erzählt haben, hat ihn wohl sehr überzeugt. Roaaaaar!

 

 

Nicht zu vergessen: letzten Freitag wurde der Geburtstag nachgefeiert. Der allererste! Die Klassiker waren dabei:

Mit Luftballons spielen

 


 

Die erste Geburtstagskerze auspusten 

 


 

Den ersten Geburtstagskuchen mampfen

 

 

Mit Geschenken spielen

 


 

Auch die Kollegen machen mit bei der Band

 


 

Jeah - wir sind ein gutes Team!

 

 

 

Linus hat auch eine ägyptische Freundin!

 

 

Jaja, in die Band dürfen die Mädels nicht, aber fürs Flirten sind sie gut genug… tststs…

 



… an so einem Tag darf auch mal gestrahlt werden! Oder besser gesagt, da täglich gestrahlt wird: an so einem Tag wird so ein Strahlen endlich mal eingefangen!

 


 

 

Mehr Besuch in Kairo!

Es waren meine liebe Cousine und ihr Angetrauter da! Sie waren total begeistert von allem! Es kommt eben immer auf den Vergleichsrahmen an, und im Vergleich mit den Dinka im Sudan sind eben alle Leute nett, nicht wahr…

Aber eine Feluka-Fahrt ist bestimmt immer schön, das kann sich mit jeder Nilkreuzfahrt messen!

 

 

Mit einem gesprächigen und zu Scherzen aufgelegten Syrer unterwegs in Kairo zu sein, öffnet auf einmal Türen zu günstigen Preisen… der SIEHT aber auch niedlich aus mit Säugling vorm Bauch geschnallt!  (Hier nur an der Zipfelmütze zu erkennen.)

 
 
Vorm ägyptischen Museum macht Linus nochmal klar, dass drinnen dann das Knipsen verboten ist.
 
 
Als Oma da war, ist sie in alte Zeiten und Brillenmoden abgetaucht.
 
 
Aber sie hat sich auf wichtigere Aufgaben besonnen und Linus vor den vielen neugierigen Kindern im Azhar-Park gerettet, indem sie mit ihm Karussell gefahren ist.
 
 
Mit Oma und Omas Schwester ging es dann endlich zu den Pyramiden! Ganz
schön schwer, die Augen aufzuhalten, bei der grellen Sonne.
 
 
 
 
… und zum Schluss noch ein Ratefoto: was ist das?
 

 
Auflösung: Baby ohne Haare von oben, was sich mit der rechten Hand an Mamas Hose festhält!

 

Beim Kindergeburtstag und im Park

Linus war zum ersten Mal bei einem ersten Geburtstag. Das zweite Mal eingeladen, aber bei der ersten Einladung war Mama leider krank. Dort war es echt toll! Mit Mamas Handykamera ist nur ein Bild entstanden, weitere werden nachgereicht. Die Ausrüstung dort war 1A!!!
 

 

Und hier noch Eindrücke von einem Tag im Park. Oft hängen Mama und Papa am Telefon, das ist immer super-interessant und der Kampf um das technische Wunderwerk beginnt:

 

 

Auf dem Sand wird den größten Autos hinterhergejagt, um sich dann stolz dran in den Stand hochzuziehen.

 
 
Und dann, nach einer genüßlichen Milchmahlzeit, gibt man sich mit der Eleganz einer Ballerina dem Schlafe hin.
 
 

Out of Kairo - back in Kairo

Wir haben das koptische Kloster Anafora besucht. Dabei waren wir auch im Gottesdienst und lauschten koptischen Gebeten und Gesängen. Linus hat ein wenig mitgesungen, das macht er öfter mal.

Auf Papas Rücken:

 

Mama vor Orangenbäumen:

 

 

Linus unter Palmen:
 
 
Zurück in Kairo gingen die Essexperimente, von denen schon die Rede war, weiter. Scheich Linus "genießt" ein Stück Tomate:
 
 
Wir sind nach wie vor oft auf dem Spielplatz. Hier sind es meist 20 Grad. Die Schaukel ist inzwischen der Renner, da kommt Freude auf: Anschubsen, Mama!
 
 
Die Spielsachen (der anderen!) werden großzügig verteilt:
 
 
… und dann noch schnell ins Kindergeschäft um zu gucken ob die Strumpfhosen haben: häh?! 
 

 

Neues vom Spielplatz

Linus krabbelt jetzt. Und damit macht es offiziell Sinn, auf den Spielplatz zu gehen. Vor allem wegen dem leckeren Sand! Dabei lernen wir eine Menge afrikanischer und phillipinischer Kindermädchen kennen, aber auch Ägypterinnen. Die meisten Kinder haben Angst vor ihm. Selbst wenn er nur ungefähr in ihre Richtung krabbelt, rufen sie: "Hilfe, das Baby isst meinen Schuh/klaut mein Fahrrad!" Bemerkenswert: sie rufen auf Englisch, sobald sie sprechen können. Zumindest wenn Linus, das "Baby ohne Haare", offensichtlich mit westlicher Mama, sich nähert. Das ist hier so, weil im Gesira Club, in dem sich der Spielplatz befindet, nur reiche Ägypterinnen sind, die ihre Kinder auf Privatschulen und -kindergärten schicken. Und dort werden von Anfang an Fremdsprachen gelehrt. Manche Kinder sind auch lieb und teilen Eimerchen und Schippe mit ihm.

Weitere Neuigkeiten:

- Linus ist getauft! Es war ein sehr schönes Fest in Bayern.

- Die zwei unteren Schneidzähne sind sichtbar! Damit geht Gurke knabbern noch effektiver.

- Linus ist jetzt bei uns am Tisch mit. Pasta mit Gemüsesauce, Dinkelstangen mit Avocado, Erdbeeren etc.

Mein Tag auf dem Spielplatz

 

Erstmal ausruhen bevor es losgeht.

 

 

Dann langsam aufwachen. Genüßlich Strecken bereitet auf das Öffnen der Augen vor.

 

 
Dann guck’ ich mir mit Mama all die Sachen an, auf denen ich später mal rumklettern werde. Wie wild!
 

 

 

 

Am interessantesten sind die Bäume über mir, die wehenden Äste, Licht, Schatten… da könnt’ ich ewig gucken.

 

 

Während ich so gucke, geschehen noch andere Dinge, so dass Papa eingreifen muss. Papa guck’ ich übrigens auch total gern an!

 

 

Wieder frisch flieg’ ich gen Himmel! Dann werde ich zur Wolke und erfreue die Menschen unter mir mit dicken Wassertropfen. Mir wird aber verziehen, weil ich weitestgehend auf Milch-Spucken verzichte.

Wenn meine Reserven so langsam erschöpft sind, kommt das Unvermeidliche:

 

 

Trinken…

 

…Schlafen.

Wer kommt das nächste Mal mit auf den Spielplatz? Freiwillige?

 

 

 

Lasset die Kinder... hungern, denn sie stören

Dass ich mein Baby stillen kann, war mehr Zufall. Zufall, weil ich einfach davon ausgegangen bin, dass das halt so funktioniert. Wie man das dann macht, im Alltag, hat mir keiner gesagt. In unserem Alltag, wo Kinder bekommen bedeutet, herausgerissen zu werden aus seiner Erwerbstätigkeit, denn die geht nur ohne Säugling; aus seinem Freundeskreis, denn ständig über Kinder zu reden ist für Kinderlose langweilig; aus seinem Alltag, denn mit Kind ist nichts wie vorher.

Inzwischen weiß ich, wie sehr ich Glück hatte, wie wenig Stillen selbstverständlich ist. Nach einem Kaiserschnitt kommt die Milch manchmal nicht in Gang. Mein Baby verlor an Gewicht, nach der Geburt natürlich, aber auch zwei Wochen später. Dennoch hat es mit dem Stillen gut geklappt. Weil mir erfahrene Hebammen zur Seite standen, und weil es für mich selbstverständlich war, mein Kind an die Brust zu legen.

In Deutschland gibt es diese Selbstverständlichkeit nicht. Im KaDeWe zum Beispiel. Da waren wir neulich einen großen Einkauf machen - wir sind gute Kundinnen. In der Porzellanabteilung fragte ich, ob ich stillen dürfe, auf einer Couch in einem leeren Seitengang. Ich durfte nicht. Es werde nicht gerne gesehen. Ich wurde in den 3. Stock geschickt, in die Kinderabteilung. Doch oh Wunder, auch hier kann man Stillende nicht gebrauchen. Ich solle in den 6. oder 7. Stock gehen. Nun, mit Kinderwagen kommt man ohne Aufzug nicht weit, und der fährt nicht in den 7. Stock. Also mit inzwischen brüllendem Kind ab in den 6. Stock, vorbei an der riesigen, stinkenden Fischabteilung und mitten durch die Menschenmenge zum einzigen Stuhl. Womit werden die Kunden von morgen großgezogen und wo? Mit Muttermilch, mitten in unserer Gesellschaft. Sollte man meinen. In Wirklichkeit müssen Mütter schwitzen wenn ihre Babys schreien. Sie schämen sich, in der Öffentlichkeit zu stillen, weil sie verächtliche Blicke ernten. An alle Stillmamas: bitte nie fragen, ob man darf, sondern machen!! Angesprochen, das Stillen störe, wurde ich persönlich (bisher) weder in Deutschland noch in Ägypten.

Ich stille in der Öffentlichkeit, in Deutschland wie in Ägypten. Ich mache es diskret, aber nicht auf der Toilette. Dass das Stillen klappt, dass Mutter und Kind ein gutes Stillpaar werden, ist nicht selbstverständlich. Es ist ein großes Glück, wenn es so ist. Dass Babys ihren Hunger stillen dürfen, wann sie es brauchen, ist ihr gutes Recht. Aber leider keine Selbstverständlichkeit in einem Land, in dem Menschen sich von trinkenden Säuglingen belästigt fühlen. Damit meine ich Deutschland.
 
Im Internet trifft man auf Behauptungen, die muslimische Religion verbiete Stillen in der Öffentlichkeit. Da kann man drüber diskutieren. Als Diskussionsgrundlage empfiehlt sich die Lektüre des Koran. Sura 2: Vers 233 „Und Mütter sollen ihre Kinder zwei volle Jahre säugen…“ 
 
 

 

Mein Baby

Mein Baby lacht seit einiger Zeit ganz oft, jetzt ist es 11 Wochen alt. Wie hab ich das die ersten Wochen nur ohne dieses Lachen ausgehalten? Es dreht dann den Kopf und quietscht und strampelt mit Armen und Beinen. Es freut sich besonders, wenn es über den Kopf eines Erwachsenen gehoben wird. Getragen wird es am liebsten im Fliegergriff. Da wird der tragende Arm dann seit Neuestem gern unter Wasser gesetzt. Aber spucken tut mein Baby nie. Schön, denn einen starken Magen wird es in Kairo brauchen!

Mein Baby ist sehr gesprächig. Lieblingstöne sind "üüüüh" "iiiih-ouuuuuuh" oder auch mal "iröööö" oder "ouuu-jeaaaah". Zum Beispiel auf dem Wickeltisch fängt es gern Gespräche an. Der Wickeltisch ist in seinen Augen von der Folterhölle zum Lieblingsplatz avanciert. Selbst wenn sonst nur Geplärr ist, auf dem Wickeltisch wird gelacht.

Andere Kinder und Menschen sind total interessant. Die guckt mein Baby gerne an und hört ihnen zu. Das gilt auch für die zwei im Spiegel.

Beim Stillen macht es ganz große Augen, und beim Nuckeln im Allgemeinen (Eigene und fremde Finger und Kuschelbär bevorzugt) ballt es die Fäustchen neben den Wangen. Was heißt Fäustchen- Hände und Füße sind ganz schön groß für sein Alter!

Was mein Baby nicht mag: Niesen von anderen, weil es da erschrickt. Selbst niesen ist okay, gerne zwei Mal hintereinander. Baden dagegen ist schlimm, und im Gesicht gewaschen werden. Und Anziehsachen über den Kopf gezogen bekommen. Massiert werden mag es auch nicht so doll. Eine volle Windel dagegen trübt die Stimmung nicht. Und den täglichen Schluckauf sind wir zwei schon aus dem Bauch gewöhnt, der stört nicht mehr.

Einschlafen tut mein Baby am Liebsten nah am Körper, während man rumläuft oder Walzer tanzt und dazu singt. Abends tut viel Nuckeln gut. Ich frage mich, warum wir nicht alle nikotinabhängig oder übergewichtig sind. Wenn wir schon als Baby Nuckeln als Haupthobby brauchen.

Was mein Baby schon hat: Käsefüße. Ein Sinnbild für die Unschuld, die auch Kinder schon verloren haben. Zumindest was Hygiene angeht. Hygiene, Sonstiges: Babys Haare werden NIE fettig. Aber Nasen- und Ohrpopel wie die Großen. Auch was Rülpsen (zu bayerisch: "A Koperl machen") und Pupsen angeht, steht mein Baby uns in nichts nach. Dafür duftet es ganz herrlich, besonders am Kopf. Außer wenn mein Mann es mit After-Shave übertrieben und das Baby dann geküsst hat.

Ansonsten gilt: mein Baby ist immer in Bewegung. Und wenn es nicht strampelt, bringt es uns dazu, es zu tragen.

Ich würd mein Baby gegen kein anderes Kind oder sonstiges Gold auf der Welt eintauschen. Mein Baby gehört zu mir.

 

Wahnsinnige Mutterliebe

Wenn ich mein Kindchen angucke, überkommt mich manchmal ein Riesendrang, es zu beschützen gegen alle Gefahren. Dieses Gefühl ist fast übermächtig. Denn ich weiß, dass ich es nicht kann.

Aber dann rettet mich ein Gedanke: Mutterliebe ist nicht absolut. Es ist ein Gefühl, aber ich bin ihm nicht ausgeliefert. Ziel dieses Dranges ist nicht, das Kind von allen Gefahren fernzuhalten. Sondern, dass ich als Mutter darauf bedacht bin, das Kleine gut zu versorgen, damit es hinaus in die Welt kann. Dabei darf ich darauf vertrauen, dass Gott seine liebende Hand über ihm hält. Und das Kleine richtig zu versorgen: da kann ich immer aufs Neue, täglich, konkret anfangen. Den Schnuller regelmäßig sterilisieren, Geduld üben wenn es schreit, einen regelmäßigen Tagesrhythmus geben mit Ritualen etc.

Das Drama fühlen und daran fast zu verzweifeln fand ich schon immer verlockend. Die pragmatische Seite aber richtet die Sinne auf das Hier und Jetzt aus und macht das Mutterherz wieder leicht.
 
 

Mutterglück

Wenn ich dich ansehe, mein Kind,                     
in diesen ersten Tagen des Kennenlernens,
empfinde ich so tief
wie es irgend möglich ist.

Das Gefühl, dich zu lieben
Geht durch Mark und Bein.

Das Gefühl, dich beschützen zu wollen
Durchzieht mein ganzes Sein.

Das Glück, deinen Atem zu spüren und deinen Duft einzuatmen,
war nie zuvor da, schnürt mir die Kehle zu und lässt mich erschüttern.

Wenn du an meiner Brust trinkst, hastig,
schlürfend, schnaubend, schmatzend, dich verschluckend,

und du zu mir hoch schaust, mit deinen riesengroßen blauen Augen,
beide Fäustchen geballt an deinen Wangen liegend,

bleibt kein Zweifel daran:
die brutale Geburt war jede Sekunde wert, denn sie schenkt uns Jahre mit dir.
 
Kein Taschentuch vermag meinen Tränenfluss zu trocknen.
Ich weine,

um unser unfassbares Glück mit dir besser ertragen zu können,
um die Grausamkeit von künstlich erzeugten Presswehen und dem Bauchaufschlitzen zu verarbeiten,
um mein altes Ich zu verabschieden, das noch nicht mit dir verbunden war,
weil ich dich irgendwann wieder gehen lassen muss.

Gewaltvoll werde ich zur Mutter.
 

Beckenendlage

Mein Kleines wohnt jetzt schon seit über 35 Wochen in meinem Bauch. Wenn es sich streckt, spüre ich das links unten, rechts unten und nach wie vor unter den Rippen - oder auch mal über den Rippen (wie das geht? Keine Ahnung). Das Riesenei unter den Rippen ist das Köpfchen. Damit liegt das Kind in der Beckenendlage (=BEL).

Ich finde das eigentlich ganz niedlich. Die Geburtshelferinnen macht es  allerdings langsam nervös: sie kennen sich nur mit einer natürlichen Geburt (=ohne Kaiserschnitt) aus, wenn das Köpchen nach unten liegt (=Schädellage). Zum Glück wohne ich in einer wunderbaren Stadt, die viel berufliche Kompetenz beherbergt, und so weiß ich, dass eine Klinik wenigstens versuchen wird, uns zu einer Geburt zu verhelfen, bei der das Kind die Wehen auslöst und meinen Körper durch das Becken hindurch verlässt.

Die BEL ist nur ein kleines Detail von schier unendlichen Stellgrößen im ganzen Wachstumsprozess eines Babys im Bauch. Ich kann allen jungen Menschen oder werdenden Eltern nur empfehlen, sich bei netten Hebammen einzurichten und beim diagnostischen Murmeln der Ärztin höchstens mit halbem Ohr zuzuhören.

Die Moral? Hm… DANKE BERLIN für Ärztinnen, die ihre Kompetenzen ausbauen in Bereichen der Geburtshilfe, die weniger lukrativ sind, aber Frauen zu einer eingriffsarmen und damit selbstbestimmteren Geburt verhelfen. 

Eine kleine Prognose zum Schluss: Hebammen werden mehr zu tun bekommen, weil Ärztinnen keine Zeit für gesunde Schwangere haben. Werdende Mütter brauchen aber persönlichen Beistand von Frauen, die sich mit Schwangerschaft auskennen und mit anpacken. Früher waren das die Mütter, Tanten und Omas, heute in Zeiten von Kleinfamilie und Alleinerziehenden muss es Alternativen geben.

Der Po anderer Menschen im Revier der sechs Sinne

1. Gucken
Dem anderen Geschlecht schaut man gerne mal auf den Po. Er kann fürs Schauen auch schön in Szene gesetzt werden durch enge Hosen. Viele afrikanische Frauen haben einen tollen Apfelpo! Manche Evolutionsforscher sagen, die Brüste ahmen nur den Po nach, um die Aufmerksamkeit von Männern zu erregen. Bart Simpson erregt, so wie viele andere, die Aufmerksamkeit der Menschen durchs provokante nackte-Hintern-Zeigen.

2. Hören
Hören kann man den Po auch, das ist dann weniger schön. Man hat leider wegen Tabuisierung noch keinen gangbaren Weg gefunden, damit umzugehen. Darf man an frischer Luft? Bis zur nächsten Toilette kann viel Zeit vergehen! Manchmal ein Gradmesser, ob es einem in einer Beziehung zu gemütlich geworden ist. Wer allein ist oder schläft, dem sind diese Überlegungen wurscht.

3. Riechen
Die Toilettenhygiene ist ein hochinteressantes, tief in der Kulturgeschichte verankertes Thema. An manchen Orten, z.B. in Ägypten, gibt es Bidets, fließendes Wasser für den Po, und man gibt sich nur die rechte Hand, weil die linke für den Po reserviert ist. In Deutschland sind Tücher üblich, trockende und feuchte. In Gefahr, einen Po direkt zu riechen, kommen sowieso nur diesbezüglich mutige Pärchen, die es, zumindest in der heterosexuellen Welt, eher selten gibt.
 
4. Schmecken
Abgesehen von etwas Sahne mit Honig, die man zusätzlich beim Liebesspiel auf den Po applizieren kann, geht dieses Thema über die gesetzten Grenzen des Blogs hinaus und sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

5. Absichtlich Berühren
Eine der tollsten Kuschelpositionen ist Schoß-an-Po.
Eine der unbeliebtesten Gesten, wenn man nicht sehr vertraut miteinander ist: das Tatschen auf den Po.

Zufällig Berühren
Männliche und weibliche Muslime beten in Moscheen getrennt voneinander, denn es kommt nicht selten vor, dass man beim Senken des Oberkörpers mit dem Kopf an den Po der Vorderfrau stößt.

Tasten
Gerade einen prallen Po mag man gerne streicheln und drücken, auch wenn ein nackter Erwachsenenpo etwas rauh, haarig oder pickelig sein kann. Deshalb ist der Klassiker der streichelzarten Haut der Babypopo.

6. Erspüren
Und da hätten wir auch schon den Übergang zu einer sinnlichen Erfahrung, die nicht allen Menschen zuteil wird, mir in im Moment mehrmals täglich: ein faustgroßer Popo schiebt sich rechts knapp unterhalb meiner Rippen von innen heraus und bildet dort eine Riesenbeule, die genau in meine Handfläche passt. Einerseits eine Unverschämtheit! Wie so Vieles im Zusammenhang mit dem Po. Andererseits ein Gruß wie aus einer anderen, zauberhaften Welt, in der das  zarte Erspüren und Erfühlen Anfang und Ende sind.

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